Deutscher Wolfsspitz

Wolfsspitz, Chien Loup
Deutscher Wolfsspitz, Wolfsspitz, Chien Loup

Deutscher Wolfsspitz Rassengeschichte:

Zweifelsohne zhlen die Spitze zu den ltesten bekannten Hunderassen.Ob man die bei Ausgrabungen gefundenen 5000 Jahre alten Knochen von Haushunden guten Gewissens als "Torfspitze" bezeichnen kann, sei dahingestellt. Die meisten Herkunftstheorien gehen davon aus, dass die grosse Familie der Spitze irgendwoher aus Skandinavien gekommen sein muss, aber wirklich greifbar werden die Deutschen Spitze "erst" im antiken Griechenland. Aus dieser Zeit sind mehrere sehr hbsche Darstellungen von Spitzen auf verschiedenen Gegenstnden wie Mnzen und Krgen erhalten. Die abgebildeten Hunde knnten heute problemlos auf jeder Ausstellung gut bewertet werden. Spitze waren in der Antike also nicht nur recht beliebt, sondern auch reingezchtet.

Seit jeher ist es das Schicksal der Spitze, eine Hunderasse zu sein, die sozusagen mehr im Verborgenen blht. Nur so kann man erklren, dass in ihrer Geschichte bis in die Neuzeit eine riesige Lcke klafft. Sie waren die Hunde des "Volkes", der Bauern, Fuhrleute, Hndler, Schiffer. Fr alle waren sie unentbehrlich, als Begleiter und lebendige Alarmanlage, daheim als geduldige Spielgefhrten fr die Kinder und auch schon mal zum Rattenfangen, Khetreiben und Gansehten.

Bei der adeligen Gesellschaft, der Schicht, aus der so viele Impulse in der Hundezucht ausgingen, waren sie nicht gefragt. Man zchtete edle Jagdhunde oder Begleithunde in immer ausgefalleneren Rassen. Vielleicht war der Spitz einfach zu "gewhnlich". So kann man auch verstehen, dass Graf Eberhardt zu Sayn, ein feudaler Gutsherr im Rheintal, um 1450 einen Erlass herausgab, in dem er unter anderem seinem Hausgesinde verbot, das Wort "Spitzhundt" als Schimpfwort zu benutzen. Diese erste Erwhnung der Rasse als "Spitz" illustriert ihr offensichtlich etwas zweifelhaftes Ansehen in manchen Schichten, das ihrer Verbreitung aber keinen Abbruch tat.

Nur ein einziges Mal in seiner langen Geschichte war der Wolfsspitz ein wirklicher Modehund. Historische Ereignisse machten die Rasse eine Zeitlang populr: im Jahr 1781 standen sich in Holland zwei Parteien gegenber, die der Konservativen, die den Prinzen von Oranien als Regenten haben wollten, und die der rebellischen Patrioten unter dem Fhrer Corneluis de Gyselaer mit dem Spitznamen "Kees". Sein stndiger Begleiter war ein Wolfsspitz, und so brgerte sich nicht nur bald der Name "Keeshond" ein; die Wolfsspitze waren gleichzeitig ein Symbol fr diese hollndische Partei. Damals war es kurioserweise brigens modern, den Spitz hnlich wie heute einen Pudel zu scheren. Abbildungen so gestylter Wolfsspitze finden sich auf politischen Flugschriften und diversen Gebrauchsgegenstnden der Zeit. Doch der Spitz-Boom whrte nur kurz. Die Rebellion der Patrioten wurde niedergeschlagen, und dementsprechend war auch ihre Symbolfigur nicht mehr gefragt.

Im 19. Jahrhundert war es um die Spitze in ihren verschiedenen Grssen-und Farbschlgen nicht gut bestellt. Waren sie auf der einen Seite immer noch unentbehrlich in ihren Wchter-Berufen, so ging die Entwicklung der modernen, geplanten Rassehundezucht lange Zeit an ihnen vorbei. Der Bestand ging stark zurck, bis der 1899 gegrndete Verein berr Deutsche Spitze sich endlich der Rasse annahm. Im ersten, 1913 erschienen Zuchtbuch wurden etwa 215 Wolfsspitze registriert, zumeist Hunde mit unbekannten Elterntieren. Nach vielversprechenden Anfngen - nicht nur in Deutschland, sondern auch in Holland fanden sich einige engagierte Zchter - machte, wie bei vielen Rassen, der Erste Weltkrieg alles zunichte. Lange Zeit war die Zuchtbasis klein und die Anzahl der eingetragenen Hunde gering, und erst in den Dreiziger Jahren ging etwas bergauf. 1932 wurden z.B. 59 Wolfsspitze eingetragen, 1936 immerhin 85.

Eigenartigerweise erlebten die Wolfsspitze aber in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, wo zahlreiche andere Rassen fast vllig niedergingen, einen enormen Aufschwung. Im Jahr 1948 wurden unglaubliche 1583 Wolfsspitze registriert! Vielleicht brachte der Wolfsspitz alles mit, was man fr "schlechte Zeiten" brauchte. Denn ein anspruchsloser Wachhund, der keiner grossen Pflege bedarf und so gengsam ist, dass er auch mit Erdpfeln auskommt (was extra betont wurde), ist immer gefragt.

Bald pendelten sich die Eintragungen um 200 pro Jahr ein. An der Verbreitung der Rasse waren nicht zuletzt die Jagdverbnde interessiert. Ein Wolfsspitz wildert nicht und streunt nicht herum, vergrault und jagt kein Wild. Einzelne Jagdverbnde zchteten Wolfsspitze sogar planmssig, und auch heute noch gibt es mancherorts Zuschsse von dieser Seite beim Kauf, wenn man auf dem Land wohnt.

Seit den Zwanziger Jahren gibt es Wolfsspitze unter dem Namen "Keeshond" auch in England, und, von dort ausgehend, auch in Amerika, Skandinavien und vielen anderen Lndern der Welt. Bekannt und beliebt sind sie natrlich auch in vielen europischen Gebieten, wie den Niederlanden und sterreich.
(Vielen Dank an Mag. Britta Schweikl-Ecklmayr fr die Geschichte des Wolfsspitzes)

Allgemeines über den Deutscher Wolfsspitz:

Der Wolfsspitz und alle anderen Deutschen Spitze werden in ihrem Ursprungsland immer seltener. In Deutschland sind die verschiedenen Farbschlge des Wolfsspitzes mit bestimmten Regionen verbunden; der graue Schlag war beispielsweise am Rhein und in der Gegend von Stuttgart verbreitet. Die Rasse ist nicht leicht zum Gehorsam zu erziehen doch wegen ihrer Lautfreudigkeit und imposanten Erscheinung gibt sie einen hervorragenden Wachhund ab. Bei Kindern ist Vorsicht geboten, da der Hund gern ohne Vorwarnung zuschnappt. Er ist jedoch anhnglich, anpassungsfhig und relativ extrovertiert und liebt die Gesellschaft des Menschen. Sein ppiges dichtes Haarkleid bentigt regelmige Pflege.

Wesensmerkmale der Hunderasse Deutscher Wolfsspitz:

Der Deutscher Wolfsspitz

  • ist fr die Wohnung geeignet
  • braucht viel Fellpflege
  • braucht Auslauf

Legende der Wesensmerkmale

Deutscher Wolfsspitz Bücher und Medien:

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