Tierschutzexperten raten vom Urlaub mit Hund in Dänemark ab

Hund Urlaub Dänemark

Für viele deutsche Hundehalter erscheint ein Urlaub in Dänemark mit Hund perfekt. Das Land ist mit dem Auto gut erreichbar, hat ein mildes Klima und viele Dünen und Strand. Alles andere als hundefreundlich ist aber das dänische Hundegesetz. Ein Beißvorfall kann bereits die Beschlagnahmung des Hundes und im schlimmsten Fall seinen Tod zur Folge haben.

Gefährlich eingestufe Hunderassen in Dänemark

Obwohl Dänemark vor zwei Jahren Änderungen am Hundegesetz vorgenommen hat, warnen die Tierschutzorganisationen TASSO, VIER PFOTEN und der VDH vor Reisen mit dem Hund nach Dänemark. Denn das seit dem 1. Juli 2010 geltende Verbot von 13 als gefährlich eingestuften Hunderassen hat weiterhin Bestand. Danach dürfen American Bulldogs, American Staffordshire Terrier, Boerboels, Dogo Argentinos, Fila Brasileiros, Kangals, Kaukasische Owtcharkas, Pitbull Terrier, Sarplaninacs, Südrussische Owtcharkas, Tornjaks, Tosa Inus und Zentralasiatische Owtcharkas in Dänemark weder gezüchtet noch gehalten und nicht eingeführt werden.

Hundehalter in Dänemark, auch Urlauber, deren Tiere einer dieser verbotenen Hunderassen angehören, müssen mit einer polizeilichen Beschlagnahmung und gegebenenfalls auch Tötung ihrer Vierbeiner rechnen. Auch Hunde, die in ihrem Aussehen einer der im Gesetz genannten Rassen ähneln, sind davor nicht gefeit. Dies kann insbesondere Mischlingshunde betreffen. Die Halter müssen im Fall der Fälle eindeutig mittels Herkunftsnachweisen belegen können, dass ihr Tier keiner der gelisteten Rassen angehört.

Dog Experts entscheiden

Auch Hunde, die in Dänemark in einen Beißvorfall verwickelt sind, kann dieses Schicksal treffen. Seit dem 1. Juli 2014 entscheiden nicht mehr die Polizeibeamten, sondern sogenannte „dog experts“ (Hundesachverständige) darüber, ob der betreffende Hund getötet wird.

Udo Kopernik, Pressesprecher des VDH, diese Bestimmung kritisiert diese Bestimmung:

Leider ist in der Gesetzgebung auch nach zwei Jahren immer noch nicht festgelegt, welche Ausbildung diese Personen überhaupt haben müssen. Immerhin entscheiden sie über Leben oder Tod eines Lebewesens.

Laut offiziellen Angaben des dänischen Landwirtschaftsministeriums wurden bisher über 600 Hunde auf Basis des dänischen Hundegesetzes getötet. Die dänische Organisation fairdog schätzt diese Zahl jedoch weitaus höher ein.

Für Sarah Ross von VIER PFOTEN, ist kein Hund von Geburt an bissig oder gefährlich. Das Gefährlichkeitspotential eines Hundes ist von vielen rasseunabhängigen Faktoren wie beispielsweise menschlichem Fehlverhalten abhängig. Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO, hält Rasselisten grundsätzlich für eine haltlose Maßnahme, da Hunde pauschal aufgrund ihrer Rassezugehörigkeit als gefährlich einzustufen, wissenschaftlich unhaltbar sei. Rasselisten, ganz gleich ob in Dänemark oder Deutschland, würden lediglich eine Scheinsicherheit vorgaukeln, aber keinen effektiven Beitrag zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden leisten.

Urlaub mit Vierbeiner in Dänemark

Hundehalter, die ihren Urlaub mit Hund in Dänemark verbringen möchten, sollten sich zum Schutz ihrer Tiere vorab unbedingt umfangreich informieren. Besonders zu beachten ist die Pflicht, Hunde an den dänischen Stränden zwischen dem 1. April und dem 30. September an der Leine zu führen.

Foto: ©TASSO e.V.

Quelle: TASSO E.V.

Erstellungsdatum: 06.07.2016

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