Hundesport Agility

Agility Hunde

Agility [Ädschiliti:] ist eine Hundesportart bei der der Hund unter Anleitung seines Menschen eine Reihe von 15 bis 20 Hindernissen in der richtigen Reihenfolge bewältigen muss. Für kleine Hunde bis 40 Zentimeter Schulterhöhe werden die Hindernisse angepasst. Ziel ist, möglichst fehlerfrei und schnell den Parcours zu durchlaufen. Agility setzt auf Gewandtheit und Fitness, auf geschicktes und schnelles Reagieren in Teamarbeit, Hund und Mensch. Aber am meisten kommt es darauf an, daß Hund und Mensch einen Riesenspaß haben! 1977 führten erstmals Dienst- und Polizeihunde in England Agility-Übungen vor; seit ungefähr 1990 gibt es auch in Deutschland und Österreich Hundeclubs die "Agility" anbieten.

Wer kann mitmachen?

Für Agility ist fast jeder Hund geeignet. Nicht zu empfehlen ist es für sehr schwere Rassen wie zum Beispiel Bernhardiner oder für Dackel mit extrem langen Rücken. In jedem Fall sollte man, bevor man anfängt, seinen Tierarzt fragen, ob der Hund fit und gesund ist. Die besten Voraussetzungen bringen, mittelgroße, sehr bewegliche Hunde mit, die schnell auf Hör- und Sichtzeichen reagieren. Junge Hunde und Welpen dürfen kein Agility machen. Mit ihnen kann man aber natürlich schon den sehr wichtigen Grundgehorsam einüben. Jeder vierbeinige Agility-Anfänger sollte sofort kommen, wenn man ihn ruft, und die Übungen Sitz, Platz und Bleib beherrschen. Solange man nicht soviel Kontrolle über seinen Hund hat, hat es keinen Zweck, mit den Agility-Übungen zu beginnen. Noch besser wäre es, wenn der Hund gerne Leckerbissen mag und schon gelernt hat, mit einem Spielzeug zu spielen. Beides kann man in der Agility-Ausbildung sehr gut als Belohnung einsetzen.

Die Agility-Geräte werden für jeden Wettkampf neu arrangiert.

Ein typischer Agility-Parcours:

Nummer eins und zwei sind normale Sprunghürden, und bei Nummer drei steht der Weitsprung. Er besteht aus drei bis fünf niedrigen Hürden, die beim Überspringen nicht berührt oder umgeworfen werden dürfen. Dann geht es um die Kurve Zu Hindernis vier der Wippe. Wenn der Hund sie überläuft, muss er die beiden roten Kontaktflächen vorn und hinten berühren. Er darf außerdem nicht das Gerät verlassen, bevor es vollständig gekippt ist, denn das wäre geschummelt. Ist die Wippe geschafft, geht es über Sprung fünf und sechs zu Nummer sieben, dem Tisch.
 
Hier soll der Hund für fünf Sekunden, die der Richter abzählt, in einer Position bleiben. Bei Neulingen ist es Platz, aber Fortgeschrittene müssen manchmal auch Sitz oder Steh machen.
 
Gibt der Richter das Zeichen zum Weiterlaufen, ist das schwierigste Hindernis an der Reihe: Nummer 8,der Slalom. Der Hund soll sich hinter der ersten Stange von rechts einfädeln. Es gibt Spezialisten unter den Agilityhunden, die sich auch aus ungünstigen Winkeln selbst einfädeln und blitzschnell zum Ende durchschweben. Für einen Anfängerhund ist es aber gar nicht so einfach, in der Aufregung das richtige Tor zu finden.

Dann ist der Röhrentunnel, Nummer neun, an der Reihe. Er kann, wie hier, im Bogen liegen oder auch gerade. An dieser Stelle muss der Hundeführer darauf achten, daß der Hund nicht den falschen Eingang nimmt. Dann wäre das Team nämlich sofort disqualifiziert wie bei jedem anderen Hindernis (Ausnahme: Tisch), wenn es falsch herum genommen würde.

Wippe befinden sich auch hier vorn und hinten die roten Kontaktflächen, die berührt werden müssen. Natürlich darf der Hund auch nicht seitlich abspringen.

Vom Steg geht es weiter zum Viadukt, Nummer 11. Dabei sieht der Hund die A-Wand, Nummer 16, direkt vor sich, und sein Hundeführer muss sehr aufpassen, daß er dem Hund den richtigen Weg zeigt. Auch wenn er die A-Wand nur kurz berührt, wird das Team disqualifiziert, weil die Reihenfolge nicht eingehalten wurde. Der Viadukt hat anstatt einer Sprungstange halbrunde Ziegel aufliegen, die herunterfallen können. Selbstverständlich soll der Hund nicht durch die Öffnungen laufen, sondern darüber springen.
 
Mit Nummer 12 ist nun der Stofftunnel an der Reihe. Er besteht aus einer festen Tunnelöffnung und einem Schlauch, durch den der Vierbeiner laufen muss, ohne dass er zunächst eine Öffnung sieht. Eine Leistung, die spektakulär aussieht, aber für den Hund, wenn er es richtig gelernt hat, kein Problem ist.
 
Als nächstes folgt dann der Reifen, Nummer 13. Hier handelt es sich meist um einen Autoreifen, der in einem Holzrahmen aufgehängt ist. Aufgabe des Hundes ist, durch die Reifenöffnung zu springen, nicht vorbei oder unten durch. Ist das geschafft, geht es über 14 und 15 zur A-Wand, dem höchsten Gerät im Agility, das aber für kleine Hunde (Mini-Agility) etwas flacher gemacht wird? Nach der Wippe und dem Steg haben wir hier das dritte Kontaktflächen-Hindernis. Natürlich müssen die roten Flächen auch hier mit mindesten einer Pfote berührt werden, was bei dem steilen Abstieg gar nicht so einfach ist.
 
Nun bleibt nur noch die Zielhürde, Nummer 17. Wichtig ist hier, daß der Hund nicht an den Zielstangen vorbeispringt, denn die Zeit wird erst gestoppt, wenn er dazwischen hindurchläuft. Das gleiche gilt natürlich auch für die Startstangen.

Fehler und Verweigerungen

Man unterscheidet drei verschiedene Arten von Fehlern: Hindernisfehler, Verweigerungen und Zeitfehler.

Zeitfehler entstehen, wenn der Hund erst nach Ablauf der Standardzeit seine Nase durchs Ziel steckt. Die Standardzeit wird durch den Richter für jeden Parcours extra festgelegt.

Verweigerungen sind, wenn der Hund vor dem Gerät anhält, vorbei oder unten durchläuft (-springt). Das Hindernis muss jedoch genommen werden, bevor man zum nächsten geht. Innerhalb eines Laufes darf man sich aber nur zwei Verweigerungen leisten, denn mit der dritten wir man disqualifiziert.

Hindernisfehler werden gezählt, wenn der Hund das Gerät nur fehlerhaft bewältigt. Das ist zum Beispiel, wenn er eine Kontaktfläche nicht berührt oder eine Stange reißt. Auch der Mensch kann Fehlerpunkte kassieren, wenn er den Hund oder ein Hindernis absichtlich berührt oder selbst zwischen den Start oder Zielstangen hindurchläuft.

Bei einer Verweigerung und einem Gerätefehler erhält man je fünf Fehlerpunkte. Bei Zeitfehler wird pro Sekunde ein Fehlerpunkt gegeben.

Trainingstipps

Jede Trainingseinheit sollte nur ein paar Minuten dauern. Dann braucht der Hund eine Pause, um Wasser zu trinken. Wenn der Hund etwas falsch gemacht hat, sollte der Hundeführer nicht mit ihm schimpfen. in den allermeisten Fällen liegt es am Menschen, der dem Hund nicht richtig gezeigt hat, wo es lang geht. Ein guter Hundeführer überlegt also, was er tun kann, damit der Hund ihn richtig versteht. Manchmal ist es nur ein Schritt in die andere Richtung, ein deutliches Handzeichen oder das richtige Hörzeichen, was fehlt. Wenn es geklappt hat, gibt es natürlich Lob und Spiel in doppelter Ration! Als erste und als letzte Übung einer Trainingseinheit sollte der Hund einmal ganz im Kreis laufen dürfen.