Beagle

  Hunderassen  *****

Beagle

English Beagle
Beagle, English Beagle
Widerristhöhe:33 - 41 cm
Gewicht:18 - 27 kg
Alter:bis 13 Jahre
Ursprungsland:Großbritannien
Fell:alle Laufhundfarben
heute:Begleit- und Jagdhund
früher:Kaninchen- und Hasenjagd
FCI:161/6.1.
 
Wesensmerkmale dieser Hunderasse:
 

Beagle Rassengeschichte:

Der Beagle ist ein Jagdhund, der ursprünglich in England als lauffreudiger Meutehund speziell für die selbstständige Treibjagd auf Feldhasen und Wildkaninchen gezüchtet wurde. Man zählt ihn auch zur Hound group (Gruppe der Hounds). Mit der Hound group sind im englischen Ausstellungswesen die Hunderassen gemeint, deren Ursprung auf die Jagd allgemein zurückgeht, also z.B. auch Windhunde. In der englischen Meutejagd wiederum werden als Hounds, wie im Deutschen die Bracken, die Jagdhunde bezeichnet, die einer Spur nachgehen und mit ihrem Laut anzeigen, wo sie sich gerade befinden und ob sie noch auf der Fährte sind. Zu der Gruppe der Hounds bzw. Bracken gehören auch die Foxhounds, Bassets, Harrier, Bloodhound usw. Beagle jagen hauptsächlich in der Meute und werden zu Fuß geführt, im Gegensatz zu den Foxhounds, die überwiegend zu Pferd auf der Fuchsjagd begleitet werden. Daher wurden die Beagle früher auch als die "Treibhunde der armen Leute" bezeichnet.

Der Ursprung dieser Hunderassen wird teilweise in Frankreich im Bereich der Normandie vermutet. Von dort sollen weiße Hubertushunde [1] (auch als Ardennenbracke bzw. Chien St. Hubert bezeichnet) durch die normannische Familie Talbot im Heer Wilhelms des Eroberers 1066 nach England gelangt sein, deren Ursprung bis ins 9. Jahrhundert auf Züchtungen von Mönchen des nach dem Heiligen St. Hubertus genannten Klosters in den Ardennen zurückgeht. Man nannte diese weißen Jagdthunde auch Talbots und dann 600 Jahre später Northern Hounds bzw. Norman Hounds. Die Northern Hounds wurden als schlanke Hunderasse, die schnell und sicher auf der Spur waren, aber einen schrillen, flachen und unangenehmen Laut hätten, beschrieben.

Um 1400 fanden die Briten, während des Hundertjährigen Kriegs, im Süden Frankreichs, in der Gascogne, weitere, ihnen bis dahin unbekannte Hunderassen. Sie waren von den mittelgroßen, bunt gescheckten und gesprenkelten Hunden beeindruckt, die unermüdlich ihrer Jagdleidenschaft nachgingen und auch den feinsten Fährten noch nach langer Zeit folgen konnten. Dabei konnte man sie, voller Jagdfieber, durch ihre tiefen Spurlaute weithin hören. Sie wurden aber auch als langsam und schwer, mit viel Hautsubstanz beschrieben. Diese Hunde wurden später als Southern Hounds bezeichnet. Anders als die Nothern Hounds waren die Southern Hounds mit schwarzen und braunen Tupfern und Platten auf weißem Grund bedeckt.

Durch die intensive Jagd auf Hochwild wie Rehe und Hirsche und wehrhaftes Großwild wie den Bären, der man so intensiv nachging, dass es ausgerottet wurde, blieben nur noch jene scheuen Wildarten übrig, die sich tagsüber versteckten und die man nur durch Verfolgen ihrer Fährte jagen konnte. Dazu waren die Northern Hounds nicht mehr feinnasig genug. Damit kann man davon ausgehen, dass der Ursprung der heutigen Hunderassen der Hounds sowohl auf die Northern Hounds als auch auf die Southern Hounds zurückgeht. In erster Linie ging es bei der Züchtung der Hounds um die Brauchbarkeit und nicht um die Form einer schönen Hunderasse.

Im Jahr 1515 tauchte in den Haushaltsbüchern von König Heinrich VIII. erstmals Buchungen an den Keper of the Begles auf. Im Jahr 1615 erwähnte L.R. Jackson, alias Gervase Markham in seiner allgemeinen Beschreibung aller wichtigen Jagdthunderassen, den little Beagle (kleinen Beagle) der in der Satteltasche des Jägers Platz findet und der begierig einer Wildspur nachging, es aber nur selten selber tötete, sondern nur ermüden konnte. Er berichtete auch von einer Beaglemeute, die so klein war, dass sie in einer Satteltasche Platz finden würde. Tatsächlich wurde eine Beaglemeute der Königin Viktoria auf dem Bild Mr. Maynard and her Majesty's Beagles von William und Henry Barraud, etwa so groß wie Schuhe dargestellt.

Damals wurde auch der Begriff beagling als eine Form der Hundejagd in einer Meute geprägt. Als wirklich eigenständige Hunderasse existiert der Beagle erst seit 1890 durch die Anerkennung des Kennel Club Großbritanniens.

Der Ursprung des Wortes Beagle ist nicht eindeutig geklärt. Es ist möglich, dass das Wort vom französischen Begriff begueule ableitet wurde, was soviel wie geöffnete Kehle, oder lautes Maul bzw. Großmaul bedeutet. Auch wäre der französische Begriff beugler möglich, was zu brüllen bedeutet, oder ein angeblich alter deutscher Begriff begele, was schelten bzw. schimpfen bedeuten soll. Genauso wäre auch die alte englische, französische oder Waliser Bezeichnung beag möglich, was soviel wie klein bedeutet.
 

Allgemeines über den Beagle:

Der bekanntester Beagle ist wohl die von Charles M. Schulz erfundene Comic-Figur Snoopy, von den Peanuts.
Der Beagle ist ein fröhlicher Hund, dessen wesentliche Bestimmung es ist vornehmlich Hasen zu jagen, indem er der Fährte unerschrocken und äußerst lebhaft mit Zähigkeit und Zielstrebigkeit folgt. Sein Wesen ist liebenswürdig und aufgeweckt, ohne Anzeichen von Angriffslust oder Ängstlichkeit.
Beagle sind Meutehunde und damit ausgesprochene Rudeltiere. Sie benötigen die Gesellschaft anderer Hunde oder die vertrauter Menschen. Sie sollten daher nicht alleine im Zwinger gehalten werden. Wie alle Bracken haben sie eine hervorragende Nase. Sie sind bis ins 20. Jahrhundert hauptsächlich nur für die Jagd in der Meute gezüchtet worden und brauchen daher viel Auslauf und Bewegung. Beagle neigen als Meutehunde dazu, übermäßig zu fressen. Da sie Schläge oder Schmerzen schnell vergessen und auf ihren Peiniger trotzdem wieder zugehen, werden sie auch gerne als Versuchstiere verwendet.
Der Beagle wird in Deutschland selten jagdlich geführt. Die gesetzlichen Bestimmungen über die mindest erforderliche Reviergröße von 1000 Hektar für die Brackenjagd schränken die Möglichkeiten stark ein. Ein an die Jagd herangeführter Beagle verfolgt den Hasen spurlaut mit ausgeprägter Beharrlichkeit. Ist die Jagd einmal begonnen, ist es nahezu unmöglich den Hund abzurufen. Der ausgeprägte Jagdtrieb lässt nur zwei Möglichkeiten, die Jagd zu beenden: durch Beutemachen oder aufgrund Ermattung.

Sein starker Wille zum Stück zu finden macht ihn auf der Schweissfährte etwas ungestüm. Doch bei regelmäßigem Training bleibt er auch auf der 40 Stunden alten Schweissfährte beharrlich.

Der Beagle ist kein Apportierhund. Ein ausgewachsener Hase ist zu schwer für ihn. Doch sein Drang nach Beschäftigung vor allem für die Nase macht ihn insbesondere für die Arbeit auf der Schleppe geeignet. Dafür trägt er ein Kaninchen auch über weite Strecken dem Jäger zu. Der Hund ist wasserfreudig und auch an Federwild heranzuführen. Der Beagle ist durchaus Kandidat für die Brauchbarkeitsprüfung und die Schweissprüfung.
Der Beagle ist ein anspruchsvoller Hund, dessen Halter Erfahrung mit Hunden haben sollte. Diese Hunderasse wurde jahrhundertelang nur auf die Jagd in der Meute gezüchtet. Jeder Beagle, der nicht optimal der Spurensuche und Treibjagd nachging, aber auch solche, die Aggressionen innerhalb der Meute zeigten, wurde gnadenlos aussortiert. Daher stammen auch seine besonderen Fähigkeiten und sein Äußeres. Der Beagle war ursprünglich ein Funktionshund und bis ins 20. Jahrhundert jedenfalls nicht als Familienhund gezüchtet. Dieses Erbe trägt diese Hunderasse heute noch in sich. Der Halter braucht Erfahrung, eine feste Hand, sehr viel Geduld und viel Liebe bei der Aufzucht eines Beagles, ansonsten kann sich der Hund auch schnell zum Katastrophen-Hund entwickeln. Verfressenheit und der gnadenlose Hang zur Jagd bestimmen heute noch sein Wesen. Es gibt nur wenige Beagle, mit denen man ohne Leine im Wald oder auf den Wiesen spazieren gehen kann. Das Risiko, dass ein Beagle plötzlich eine Spur aufnimmt und dieser dann selbstständig und stur nachgeht, ist immer gegeben. Da hilft dann meistens auch kein Rufen und Schreien mehr. Aber das ist, wie bei allen anderen Hunderassen auch, eine Frage der Erziehung und Abrichtung.
 
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