Was Hundekot über die Gesundheit des Hundes aussagt

Der Hundekot ist direkt in der Lage, Informationen über den Zustand des Magen-Darmtraktes und der Gesundheit des Hundes zu liefern. Ein Hund nimmt täglich Nahrung zu sich. Diese wird im Verdauungstrakt in verschiedene Bestandteile aufgespalten und über die Darmschleimhaut resorbiert. Anschließend wird den unverdaulichen Anteilen im Dickdarm Wasser entzogen. Die Reste werden in Form von Kot über den After ausgeschieden. In diesem Artikel findest du Antworten auf diese Fragen:

  • Nach welchen Kriterien wird Hundekot beurteilt?
  • Wie sieht gesunder Hundekot aus?
  • Was bedeutet eine Farbveränderung des Hundekots?
  • Was bedeutet eine Veränderung der Konsistenz des Hundekots?
  • Was tun bei Blut im Hundekot?
  • Warum sollte ein Hund mit verändertem Kot von einem Tierarzt untersucht werden?

Hundekot

Nach welchen Kriterien wird Hundekot beurteilt?

Wenn Du den Kot des Hundes zur Entsorgung aufhebst, solltest Du auf Veränderungen des Kots achten. Beurteilt wird die Konsistenz, Farbe, der Geruch und das Aussehen des Stuhls. Achte auch auf eventuell noch vorhandene Beimengungen, die zwischen den Kotbestandteilen sichtbar sind.

Wie sieht gesunder Hundekot aus?

Zuerst wird die Menge des Kotes beurteilt. Diese ist abhängig von der Hunderasse, dem Alter des Hundes und der Art des Futters. Sind im Hundefutter große Mengen an Ballaststoffen enthalten, ist die ausgeschiedene Kotmenge größer. Der Kot sollte zu einem Haufen oder einem Strang geformt sein, der leicht aufgehoben und beseitigt werden kann. Die Farbe ist dunkelbraun. Wird helles Fleisch, wie Hühnerfleisch gefüttert, kann der Kot auch hellbraun aussehen. Trockener Hundekot riecht kaum.

Was eine Farbveränderung des Hundekots bedeutet

  • Falls der Kot weiß und hart, bröckelig ist, kann die Ursache in einem zu hohen Knochenanteil in der Futterration liegen. Das Kalzium wird nicht verdaut und wird als weißes Pulver mit dem Kot ausgeschieden.
  • Weißer weicher Kot wird durch eine mangelhafte Fettverdauung oder zu fettes Futter verursacht. Hier kann eine EPI (exokrine Pankreasinsuffizienz) vorliegen.
  • Weiße, reiskorngroße Flecken auf dem Kot werden durch Bandwurmglieder verursacht. Häufig kann eine aktive Bewegung der Eipakete beobachtet werden.
  • Durch Gallenfarbstoffen ist der Kot des Hundes orange gelb verfärbt. Eine vermehrte Ausscheidung von Gallenfarbstoffen tritt vor allem bei Erkrankungen der Leber (Hepatitis, Fibrose, Fettleber) oder der Gallenblase auf. Die orange Farbe kann aber auch durch einen hohen Anteil an Karotten in der Futterration entstehen.
  • Ist der Kot grünlich und stinkend, liegt meistens eine Störung der Eiweißverdauung vor. Im Darm haben sich unerwünschte Bakterien vermehrt. Die Darmflora ist aus dem Gleichgewicht geraten.
  • Ist der Kot grau grün verfärbt und flüssig, liegt meistens eine Virusinfektion, zum Beispiel Staupe, vor.
  • Bei einer Parvovirose sind kaum mehr Kotbestandteile vorhanden. Der Kot ist flüssig und wird durch das ausgeschiedene Blut rot verfärbt.

Was eine Veränderung der Konsistenz des Hundekots bedeutet

Hundekot krankheiten erkennen

Bei leichten Verdauungsstörungen ist der Kot nicht fest geformt, sondern breiig. Erhält Dein Hund eine neue Futtersorte mit einem höheren Fett-, Eiweiß- oder Kohlenhydratanteil kann leichter Durchfall auftreten. Bei Wurmbefall wird die Darmschleimhaut geschädigt. Der Hund scheidet breiigen bis flüssigen Kot aus. Häufig wird Durchfall durch verschiedene Virusinfektionen verursacht. Bei Staupe, Hepatitis contagiosa canis, Parvovirose und einer Infektion mit Coronaviren wird flüssiger Kot ausgeschieden. Bakterielle Infektionen durch Salmonellen, Escherichia Coli, oder Yersinien verursachen ebenfalls wässrige Durchfälle, die von hohem Fieber begleitet werden. Durchfälle treten auch bei Allergien gegen Bestandteile des Hundefutters auf. Die Darmschleimhaut ist gereizt und entzündet. Da die Darmkontraktionen beschleunigt sind, kann nicht mehr genügend Flüssigkeit aus dem Kot resorbiert werden. Der Kot ist breiig und ungeformt. Eine chronische, allergisch verursachte Entzündung des Darmes ist die IBD (Infectious Bowl Disease). Das Immunsystem des Hundes greift die Darmschleimhaut an. Dadurch verdickt sich diese. Futterbestandteile können nicht mehr resorbiert werden.

Sind die Darmbewegungen verringert, bleibt der Kot zu lange im Darm und wird hart. Eine Verstopfung und eine Ausdehnung des Enddarms (Megakolon) können die Folge sein. Dein Hund kann keinen Kot mehr absetzen.

Was tun bei Blut im Hundekot?

Auch Blut im Hundekot kann ein Anzeichen für eine schwere Erkrankung Deines Hundes sein:

  • Ist das Blut hellrot, stammt es aus dem Enddarm des Hundes. Hier liegt eine Entzündung des Dickdarms oder der Analbeutel vor. Ist der Kot infolge einer Verstopfung sehr hart und trocken, werden After und Enddarm bei der Ausscheidung gereizt. Falls kleine Gefäße platzen sind im Kot hellrote Tröpfchen sichtbar.
  • Dunkelroter bis schwarzer Kot stammt von Blut aus den vorderen Darmabschnitten oder dem Magen. Akute Magengeschwüre setzen Blut frei. Dieses wird verdaut, der eisenhaltige Blutfarbstoff färbt den Kot schwarz. Blutungen können auch durch Tumore im Darm, Verletzungen der Darmschleimhaut durch Fremdkörper und chronische Entzündungen entstehen.

Warum sollte ein Hund mit verändertem Kot von einem Tierarzt untersucht werden?

Durchfall ist vor allem für kleine, junge und ältere Hunde gefährlich. Daher sollten diese Tiere immer so schnell wie möglich von einem Tierarzt untersucht werden. Durch den erhöhten Flüssigkeitsverlust mit dem Kot, ist der Flüssigkeitshaushalt Deines Hundes gestört. Dadurch nimmt die Hautelastizität stark ab. Wenn Du eine Hautfalte im Nackenbereich hochhebst, bleibt die Falte bestehen und verstreicht nicht. Wenn der Hund zu viel Flüssigkeit verliert, können die Nieren die Schadstoffe nicht mehr ausscheiden. Das Nierengewebe wird geschädigt. Durchfall mit breiigem oder flüssigem Kot ist keine eigene Erkrankung. Er tritt als Begleiterscheinung vieler Infektionskrankheiten auf. Wenn diese nicht rechtzeitig von einem Tierarzt behandelt werden, können Schäden der inneren Organe (Leber, Niere, Herz) entstehen. Eventuell stirbt der Hund sogar. Auch ein Tumor oder Darmverschluss durch einen Fremdkörper ist ein lebensbedrohliches Problem.

Daher solltest Du immer die Ursache für Kotveränderungen von einem Tierarzt abklären lassen.

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