Wie belohne ich meinen Hund richtig?

Warum solltest Du Deinen Hund belohnen? Andere Frage: Warum fährst Du jeden Tag zur Arbeit? Weil es Dir sonst langweilig ist oder weil Du am Monatsende Deinen Lohn bekommst?

Hund belohnen

Du möchtest, dass Dein Hund ein treuer Begleiter und Familienmitglied wird. Damit das funktioniert, muss er eine Menge lernen. Er muss wissen, wie er sich im Haus benehmen soll (bei Tisch nicht betteln, im Körbchen schlafen usw.), wie er sich fremden Menschen und Hunden gegenüber richtig verhält, er soll nicht an der Leine zerren und und und. Das erfordert viel Training.

Gestaltest Du das Training mit deinem Hund spannend und abwechslungsreich, wird Deine Fellnase begeistert mitmachen. Mit der richtigen Belohnung lernt er schneller, das Training macht Euch beiden Spaß und ihr festigt zudem noch Eure Bindung.

Willst Du Deinen Hund richtig belohnen, spielt das Timing eine wichtige Rolle

Der Vierbeiner muss die Belohnung mit seinem richtig ausgeführten Verhalten verknüpfen können. Als Beispiel das Kommando "Sitz":
Dein Hund setzt sich. Du kramst umständlich ein Leckerchen aus der Tasche. Bis Du es heraus hast, ist er wieder aufgestanden.

Was hat er gelernt? Ich bekomme ein Leckerchen, wenn ich aufstehe. Mit dem Hinsetzen bringt er es nicht mehr in Verbindung. Er ist der Meinung, nach dem "Sitz" soll er sich kurz setzen und gleich wieder aufstehen. Das Leckerchen muss sofort kommen, bevor er aufsteht. Dann versteht er, dass Du möchtest, dass er sich setzt und sitzen bleibt.

Das ist nicht immer einfach. Gerade Junghunde haben das Hinterteil kaum auf dem Boden, schwups, ist es schon wieder oben. Hier leisteten Klicker oder Markerwort gute Dienste. Damit kannst Du genau im richtigen Moment bestätigen. WICHTIG: Klick oder Markerwort sind keine Belohnung, sie sind ein Versprechen, dass eine Belohnung folgt.

Konditionierung auf Klicker oder Markerwort

Das dem Klick oder dem Markerwort etwas Positives folgt, muss Dein Hund erst lernen.

  • Klicke oder sage das Wort und gib ihm sofort ein (sehr) gutes Leckerchen.
  • Das wiederholst Du etwa 20 Mal.
  • Nach einer Pause folgen noch einmal 10 bis 15 Wiederholungen. Dann hat er das Geräusch mit einem Leckerchen verknüpft.
  • Du klickst in dem Moment, indem das Hundehinterteil Bodenkontakt hat. Nun kannst Du das Leckerchen heraussuchen. Dein Hund weiß, er hat es richtig gemacht, er bekommt sein Leckerchen für den Bodenkontakt. Er fühlt sich in seinem Tun bestätigt. Das ist angenehm und angenehme Dinge wiederholt man gern.

Hund richtig belohnen, nur mit Leckerchen?

Belohne Deinen Vierbeiner mit dem, was er am liebsten mag. Das kann Futter sein, das kann ein Ballspiel sein, Zerrspiele oder ein Wettrennen.

Leckerchen sind eine gute Sache, um neue Dinge zu lernen. Im obigen Beispiel war es das Hinsetzen. Hat er verstanden, worum es geht, belohnst Du ihn mit seinem Lieblingsspiel oder Lieblingsfutter. Es muss sich für ihn lohnen, mitzuarbeiten. Überlege einmal, wofür würdest Du als absoluter Fußballfan lieber arbeiten? Für die Eintrittskarte eines Topspiels Deiner Lieblingsmannschaft oder für ein Jahresabo der Imkerzeitschrift?

Du kommst mit Deinem Vierbeiner auf die Hundewiese. Sein bester Kumpel ist schon da. Natürlich möchte er, so schnell ihn seine Hundefüße tragen, dorthin! Als gut ausgebildeter Hund weiß er, er muss sich erst hinsetzen, dann macht Frauchen/Herrchen die Leine ab (er sitzt immer noch). Jetzt möchte er kein Leckerchen fürs Setzen, er möchte loslaufen dürfen. Die Leckerchen, die Dein Hund im Training einkassiert, musst Du ihm von seiner täglichen Ration abziehen. Sonst hätte er schnell Gewichtsprobleme.

Abwechselnd belohnen: Ständig die gleiche Belohnung wird schnell langweilig

Bring Spannung ins Spiel, indem Du variierst. Heute gibt es Würstchen, morgen spielen wir Ball, übermorgen rennen wir über die Wiese, dann gibt es Trockenfleisch. Kann Deine Fellnase eine Übung, belohnst Du nicht mehr jedes Mal. Er bekommt nach jedem zweiten, jedem fünften, jedem dritten "Sitz" etwas.

Angemessen belohnen

Du hast Deinen Hund gerade erfolgreich davon abgehalten, hinter einem Reh herzujagen. Dafür bekommt er von Dir ein langweiliges Leckerchen. Was glaubst Du, wird beim nächsten Reh passieren?

Auf eine lustige Hetzjagd zu verzichten, ist eine große Leistung für Deinen Vierbeiner. Entsprechend muss die Bestätigung ausfallen. Wirf ein Spielzeug (Zerrspielzeug, Dummy) in die entgegengesetzte Richtung. Jetzt darf Deine Fellnase hinterherrennen, gefolgt von einem wilden Zerrspiel. Noch toller wird es, wenn Du dafür ein ganz spezielles Spielie hast, dass er nur zu dieser Gelegenheit bekommt. Auch wenn ein Hund eine Übung beherrscht, darfst Du die Bestätigung nicht vergessen.

Du brauchst einen 10-jährigen Hund nicht mehr bei jedem korrekt ausgeführten "Sitz" zu belohnen. Ab und zu solltest Du es dennoch tun, andernfalls schleicht es sich allmählich aus. Bei einem Welpen oder Junghund dagegen ist es unerlässlich. Er braucht noch die Bestätigung für sein Handeln. Generell solltest Du neu erlernte Übungen hochwertiger und häufiger bestätigen.

Verbal belohnen

Freundliche Worte, in hoher Tonlage gesprochen, wirken ebenfalls positiv. Mach dazu ein freundliches Gesicht, das verstärkt die Wirkung noch. Den Hund richtig zu belohnen, ist eines der Geheimnisse guter Trainingserfolge.

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