Dingo

Australischer Dingo, Maliki, Warrigal, Noggum, Mirigung, Boolomo
Dingo, Australischer Dingo, Maliki, Warrigal, Noggum, Mirigung, Boolomo
  • Ursprungsland: Australien
  • Größe: bis 53 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 10 - 20 kg
  • Alter bis 10 Jahre
  • Fell: viele Farben
  • Verwendung heute: Selten gehalten
  • früher: Lagerbewacher

Dingo Rassengeschichte

Ddie heutigen Dingos stammen von einigen wenigen – vielleicht nur einem Paar – südostasiatischer domestizierter Hunde (Pariahunde) ab, die vor etwa 5.000 Jahren nach Australien kamen. Einer der beteiligten Wissenschaftler geht davon aus, dass sie mit Handelsschiffen aus Malaysia ankamen und den Seeleuten wahrscheinlich nicht als Haushunde, sondern zumindest auch als Nahrungsquelle dienten.
Das Alter des bislang ältesten Fundes australischer Dingos wurde auf etwa 3500 Jahre datiert. Der Dingo entwickelte sich schnell zum wichtigsten australischen Räuber, der den Beutelwolf immer mehr verdrängte, bis dieser schließlich ausstarb. Der Dingo mischt sich mehr und mehr mit Haushunden - etwa drei Viertel der Festlandpopulation sind Mischlinge.
Der Dingo wird heute in der Taxonomie mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Canis lupus dingo geführt.

Dingo Rassebeschreibung

Der etwa schäferhundgroße Dingo weist eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Wolf auf, hat aber ein wesentlich kürzeres Fell. Die Tiere sind meist rötlich oder gelblich, mit weißer Schwanzspitze und großen weißen Pfoten. Es kommen auch schwarze und weiße Tiere vor. Dingos erreichen eine Kopf-Rumpflänge von 117 bis 124 cm und werden 10 bis 20 kg schwer. Auf dem australischen Kontinent ist er der einzige Vertreter aus der Ordnung der Raubtiere, jedoch ist er nicht der einzige Beutegreifer.

Der Dingo ist keine Wildform im eigentlichen Sinne, sondern ein vor jahrtausenden ausgewildeter Haushund, der jedoch in dieser Zeit wieder eine genetische Eigenständigkeit entwickelt hat. Diese Eigenständigkeit ist jedoch gefährdet durch die kontinuierliche Vermischung mit Haushunden; Untersuchungen aus den 1990er Jahren schätzen den Anteil von Hybriden in der Gesamtpopulation auf etwa 78 Prozent
Er lebt überall auf dem australischen Kontinent und ist dabei nicht besonders wählerisch, was die Wahl des Ortes angeht. Sowohl in Wäldern und im Grasland als auch in den Wüsten des australischen Outback sowie auf manchen Inseln Australiens, wie zum Beispiel Fraser Island, ist er zu finden.
Vor der Ankunft der Weißen lebten Dingos vor allem von der Jagd auf Kängurus und Wombats. Es werden auch andere Beuteltiere, Nager, Vögel, Echsen, Insekten, Eier und auch Aas gefressen.

Durch die weißen Siedler und ihre mitgebrachten Tiere änderte sich der Speiseplan. Heute sind die eingeschleppten Wildkaninchen wohl die Hauptbeute der Dingos, und die anstrengendere Jagd auf Kängurus wird nur noch gelegentlich gewagt. Außerdem kommt es manchmal vor, dass Dingos Schafe reißen, was ihnen die Feindschaft der Farmer eingebracht hat. Bisweilen gehen sie auch an Aas, und in der Nähe menschlicher Siedlungen an Abfalltonnen.

Im Gegensatz zum Haushund, welcher zweimal pro Jahr Junge zur Welt bringen kann, vermag dies der Dingo nur einmal. Die Paarungszeit fällt in den Herbst oder Winter. Nach etwa zwei Monaten Tragzeit werden die drei bis höchstens acht Jungen an einem geschützten Ort versteckt, manchmal in einer Felsspalte, oft in einer selbstgegrabenen oder vergrößerten Höhle anderer Tiere. Beide Eltern helfen bei der Aufzucht. Als Übergang vom Säugen zum Fressen von fester Nahrung werden die Jungen mit heraufgewürgtem Futter versorgt. Später wird ihnen tote Beute ins Versteck gebracht, und bald dürfen sie mit auf Beutefang. Mit vier oder fünf Monaten wird der Nachwuchs selbständig, darf aber noch bis zum Ende des ersten Lebensjahres mit den Eltern jagen.
Bei den Aborigines kam es gelegentlich vor, dass Dingo-Welpen gefangen und als Haustiere gehalten wurden. Eine Wieder-Domestizierung fand allerdings nicht statt, da die Aborigines keine Vermehrung der Dingos in ihrer Obhut zuließen.

Bei den meisten Rinderfarmern ist der Dingo nicht unbeliebt, weil er Nahrungskonkurrenten wie verwilderte Kaninchen, Ziegen und Schweine jagt, die Rinder aber ihrer Größe wegen in Ruhe lässt. Bei den Schaffarmern dagegen ist er verhasst, obwohl Schafe nur in seltenen Ausnahmefällen zu seinen Beutetieren zählen.

In den 1920er Jahren wurde auf Grundlage des Wild dog act (1921) der große australische Hundezaun gebaut, der Dingos aus den dicht besiedelten Regionen des australischen Südostens fernhalten soll.; er erstreckt sich vom nordöstlichen Queensland bis zur Küste in Südaustralien. Jeder Dingo, der auf der falschen Seite des Zauns gefunden wird, ist zum Abschuss freigegeben, wofür mancherorts heute noch Belohnungen von den örtlichen Farmern gezahlt werden.

Gesetzesänderungen auf Initiative der Australian Dingo Conservation Association (ADCA) erlauben es seit Ende der 1990er Jahre in New South Wales, Dingos als Haustiere zu halten

Der Dingo wird von der internationalen Zuchtorganisation für Haushunde (FCI) nicht als Hunderasse anerkannt. Anders wird der Dingo dagegen von der American Rare Breed Association (ARBA) bewertet, wo er in der Gruppe "Spitze und Primitive" (Spitz and Primitive Group) geführt wird. Seit 1988 ebenfalls als Hunderasse anerkannt ist der Dingo vom australischen Hundezüchterverband Australian National Kennel Council (ANKC), wo er in der Gruppe 4 gelistet ist

Wesensmerkmale der Hunderasse Dingo

Der Dingo

Diese Rassen könnten dich auch interessieren:

  • American Toy Terrier Der American Toy Terrier ist eine nicht von der FCI anerkannte Hunderasse aus den USA. In den USA wird der American Toy Terrier seit 1936 gezüchtet und wird vom American Kennel Club seit 2000 als Rasse anerkannt. Der Toy Terrier ist eine Kreuzung zwischen kleinwüchsigen Glatthaar-Foxterriern...

  • Norwegischer Lundehund Lundehunde wurden zur Jagd auf norwegische Papageitaucher, die Lunde, eingesetzt. Sie haben einige erstaunliche Fähigkeiten entwickelt. Die Lundehunde haben als einzige Hunderasse sechs Zehen an jedem Lauf, wovon die sechste höher angeordnet ist und dem Hund einen guten Halt beim Klettern gibt....

  • Miniature American Shepherd Der North American Shepherd ist ein echter Amerikaner.Aus den angenehmen Wesenseigenschaften des Australian Shepherd sollte ein kleiner Begleithund für Stadtmenschen entstehen. Die Züchter haben sich bemüht, die , der Ausgangsrasse, zu erhalten und ihn zugleich zu "verkleinern". Entstanden...

  • Kleiner Münsterländer Der Kleine Münsterländer hat einen harmonischen, kräftigen Körperbau. Er gehört zu der Gruppe der Vorstehhunde, ist temperamentvoll, intelligent und hat längst schon über die Jagd hinaus viele Freunde gewonnen. Er ist menschenfreundlich, folgsam und entwickelt...

Lesetipp im Hundemagazin:

Eifersucht?

Können Hunde eifersüchtig sein? Die Kognitionsforscherin Friederike Range beschäftigt sich mit dem Verhalten von Hunden. Sie untersuchte, inwiefern Hunde, wenn sie für die gleiche Leistung unterschiedlich belohnt werden, sensibel auf diese "Ungerechtigkeit" reagieren und als...

Hundehalsband Kaufratgeber

Ein Hundehalsband gehört wie Leinen zur Standardausstattung in Hunde-Haushalten. Aber Halsband ist natürlich nicht gleich Halsband – es gibt sie in unterschiedlichsten Ausführungen und Materialien, und nicht jedes Accessoire passt zu jedem Hund, auch wenn es optisch so...