Kurzhaariger Ungarischer Vorstehhund

Magyar Vizsla
Kurzhaariger Ungarischer Vorstehhund, Magyar Vizsla
  • Ursprungsland: Ungarn
  • Größe: 57 - 64 cm Widerristhöhe (Große Hunderasse)
  • Gewicht: 22 - 30 kg
  • Alter 14 - 15 Jahre
  • Verwendung heute: Begleit- und Jagdhund
  • früher: Jagd, Beizjagd
  • FCI-Standard: 57
  • FCI-Gruppe: 7 - Vorstehhunde
  • FCI-Sektion: 1.1

Kurzhaariger Ungarischer Vorstehhund Rassengeschichte

Der Magyar Vizsla (in Lautschrift [ˈmɒɟɒr ˈviʒlɒ] (ungarisch), /ˈmɑdjɑr ˈviʒlɑ/ (vereinfacht)) wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus vorhandenen gelben Jagdhunden in Ungarn geschaffen. Die Magyaren brachten diesen Hundetyp aus ihrer asiatischen Stammheimat mit, als sie im 9./10. Jahrhundert das Karpatenbecken besiedelten. Auf 1000 Jahre alten Steinritzzeichnungen ist jedenfalls dieser Hundetyp zu erkennen. Die goldene Farbe hat neben der Schönheit den Zweck einer Tarnfarbe in den Steppen und Getreidefeldern. Die Vorfahren verschwanden im 19. Jahrhundert immer mehr, als Pointer, Setter und Vorstehhunde in Mode kamen. Etwa um 1920 besann man sich auf den alten Jagdhundtyp und begann die Reste zu registrieren. Am 29. Mai 1920 wurde die „Ungarische Vizsla-Züchtervereinigung“ gegründet, die den Hund unter ihre Fittiche nahm. Nach weiteren Rückschlägen durch die Weltkriege gewann der Hund immer mehr Liebhaber. Mittlerweile sind die Rassebestände gesichert. In Deutschland fallen im Jahr ca. 150 Welpen an. Den Magyar Vizsla gibt es in zwei Fellvarianten: Kurzhaar und Drahthaar.

Kurzhaariger Ungarischer Vorstehhund Rassebeschreibung

Bei dieser sehr eleganten Hunderasse werden die Rüden 58-64 cm hoch, die Hündinnen 54-60 cm; der Körper ist muskulös aber schmal. Da der drahthaarige Vizsla erst ab den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gezüchtet wird, und er durch die Einkreuzung des Deutsch Drahthaar entstand, sehen die maßgeblichen Zuchtverbände die beiden Varianten als getrennte Rassen. Der FCI führt den Vizsla also in zwei Rassen, die sich durch ihre Fellstruktur unterscheiden:

Der kurzhaarige Magyar Vizsla kommt in allen Farbnuancen von Semmelgelb bis Dunkelgold vor.
Den drahthaarigen Magyar Vizsla sieht man meist in verschiedenen Sandgelbnuancen, so zum Beispiel rostbraunes Gold. Bei dieser Variante ist ein kleiner Bart sowie ausgeprägte Augenbrauen erwünscht. Das Fell fühlt sich drahtig an, niemals weich oder fusselig.

Kleine (5 cm) weiße Abzeichen auf der Brust werden bei beiden Felltypen akzeptiert. Geflecktes Fell ist jedoch unerwünscht. Die Farbe der mittelgroßen Augen ist an die Fellfarbe angepasst, normalerweise nie stechend oder kalt. Auffallend helle Augen werden jedoch, wie auch bei vielen anderen Jagdhunderassen verpönt. Die Ohren sind tief angesetzt und hängen dicht an den Wangen herunter und sind unten abgerundet. Die Lefzen sind anliegend, niemals hängend. Kehllappen (Wamme) sind unerwünscht. Die Rute wird waagerecht getragen, das Kupieren ist unter der Maßgabe jagdlicher Führung in Deutschland laut Tierschutzgesetz erlaubt.
Bei der Jagd wird der Magyar Vizsla ziemlich universell eingesetzt, er ist ein hervorragender Schweißhund, apportiert gerne mit weichem Maul, er vereint die Vorzüge eines Windhundes: Ausdauer und Schnelligkeit mit Spur und Fährtensicherheit. Er ist ausgesprochen lernwillig. Seine Menschenfreundlichkeit, seine Sensibilität und Anhänglichkeit verbietet die Zwingerhaltung. Bei ausreichender Beschäftigung ist er durchaus als Familienhund zu gebrauchen.

Der Magyar Vizsla ist ein sehr sensibler Hund, der keine raue, harte, laute, grobe Behandlung in Erziehung, Ausbildung und Haltung verträgt. Äußerst ausgeprägt ist sein körperliches Kontaktbedürfnis, er weicht seinem Führer buchstäblich „nicht von der Seite“. Ein Vizsla muss und möchte ausreichend und artgerecht beschäftigt werden. Das ist zum einen die jagdliche Beschäftigung, sind zum anderen die vielfältige Möglichkeiten in der Rettungshundearbeit oder dem Hundesport (Fährtenarbeit, Mantrailing, Agilität usw.). Seit 1995 wird der Vizsla in Deutschland vermehrt als Therapiehund eingesetzt. Der Magyar Vizsla möchte nicht nur viel Auslauf und Bewegung, sondern ebenso eine „geistige Arbeit“ leisten. Da der Vizsla sehr lernbegierig ist, macht die Arbeit mit ihm sehr viel Freude. Eine Unterforderung des Magyar Vizsla kann zu Zerstörungswut führen. Die überdurchschnittliche Intelligenz des Magyar Vizsla findet ihre Schattenseiten in Gefallsucht bis hin zu Arroganz. Außerdem ist er sehr verschmust und äußerst liebesbedürftig. Jeder, der sich für einen Magyar Vizsla interessiert, muss sich im Klaren sein, dass die artgerechte Haltung es erfordert, dass nahezu die gesamte Freizeit dem Magyar Vizsla gehört. Wer sich auf diese Art der Mensch-Hund-Partnerschaft einlassen kann, bekommt im Magyar Vizsla einen wunderbaren Begleiter und treuen Freund.

Wesensmerkmale der Hunderasse Kurzhaariger Ungarischer Vorstehhund

Der Kurzhaariger Ungarischer Vorstehhund

  • ist ein Familienhund
  • braucht wenig Fellpflege
  • ist leichtführig
  • braucht Auslauf

Diese Rassen könnten dich auch interessieren:

  • English Toy Terrier Der English Toy Terrier ist ein sehr kleiner Hund (bis 30 cm bei 3,6 kg) der einem Pinscher ähnelt. Diese Rasseähnlichkeit ist aber mehr oder weniger Zufall. Der Toy Terrier ist auch vom Wesen her durch und durch ein "richtiger" Terrier. Er hat eine lange, wechselvolle Geschichte hinter sich:...

  • American Toy Terrier Der American Toy Terrier ist eine nicht von der FCI anerkannte Hunderasse aus den USA. In den USA wird der American Toy Terrier seit 1936 gezüchtet und wird vom American Kennel Club seit 2000 als Rasse anerkannt. Der Toy Terrier ist eine Kreuzung zwischen kleinwüchsigen Glatthaar-Foxterriern...

  • Russischer Schwarzer Terrier Russische Terrier sehen zwar mitunter furchterregend aus, aber sie sind keineswegs aggressiv. Sie sind Fremden gegenüber wachsam und misstrauisch. Sie dürfen aber keine extreme Reizbarkeit zeigen, sondern sind ausgeglichen und greifen auch nicht gleich an. Als Schoss oder Wohnungshund sind sie...

  • Istrianer Rauhhaarige Bracke Die Istrianer Rauhhaarige Bracke ist vor allem in Slowenien ein beliebter Jagshund für die Jagd auf Fuchs und Hase, wird aber auch als Schweißhund eingesetzt. Dank seines freundlichen Wesens ist diese Rasse auch unter Nichtjägern immer beliebter geworden. Er ist ein angenehmer Haushund und...

Lesetipp im Hundemagazin:

Hunde in der Dunkelheit

Im Herbst und Winter steigt die Behandlungsquote in Tierarztpraxen jedes Jahr drastisch an. Kein Wunder, hält die kalte und dunkle Jahreszeit doch besondere Gefahren für Ihren Vierbeiner bereit. Husten, Schnupfen und Erkältungen sind dabei noch das geringste Übel, obwohl Sie...

The Dog House: Hund sucht Mensch im ZDF

"The Dog House" ist eine besondere "Partnervermittlung" im ZDF. Hund sucht Mensch, und Mensch sucht Hund für eine lebenslange Freundschaft. Moderatorin Sonja Zietlow sorgt dafür, dass Frauchen und Herrchen auf den wirklich passenden Hund kommen. Gemeinsam mit dem Team von Expertinnen...