Beim Wandern mit Hund von Kuh verletzt

Eine 66-Jährige aus dem Bezirk Steyr-Land in Oberösterreich unternahm am 21. Mai 2020 nach Mittag gemeinsam mit zwei Freundinnen und ihrem Dackel, eine Wanderung im Bereich der Hohen Dirn in Reichraming.

Wandern Hund Kuh Unfälle vermeiden

Weidebereich mit Warnschild versehen

Gleich zu Beginn der Wanderung gingen die drei Frauen laut der Polizei durch einen eingezäunten Weidebereich mit 13 Kühen. Dieser Bereich war mit einem Warnschild versehen.

Als die Wanderinnen in der Nähe der Kühe waren, trat eine Kuh gegen das linke Bein der 66-Jährigen. Diese wurde dadurch im Bereich des linken Oberschenkels bzw. Knies schwer verletzt und nach der Erstversorgung mit dem Rettungshubschrauber "Martin 3" in das Krankenhaus Steyr geflogen.

Almlandschaften sind ein sehr beliebtes Freizeitziel für Wanderer

Erst vor ein paar Tagen bestätigte der Obersten Gerichtshof in Wien die Teilschuld des Landwirts, nach einem tödlichen Unfall 2014 mit einer deutschen Wanderin auf seiner Alm. Auch hier war ein Hund des Auslöser des Zwischenfalls. Nach diesem Kuh-Urteil herrscht bei den Landwirten in den Berggebieten Angst. 

Sperren von ganzen Almgebieten, das Verbot der Mitnahme von Hunden oder auch das Wanderverbot auf Wegen sieht der Alpenverein nicht als zielführend und sinnvoll. Das aktuelle Urteil bezieht sich auf einen Sonderfall, in mehrfacher Hinsicht, der nicht auf die generelle Situation „Wanderwege auf Almen“ übertragbar ist. Entsprechend ist auch keine Notwendigkeit von „Präventivsperren“ rechtfertigbar. Wir hoffen auf eine gute Lebensraumpartnerschaft von Bauern, Grundbesitzern und Naturnutzern.

so Norbert Hafner, Landesverbandvorsitzender des Alpenverein Steiermark.

Worauf achten, wenn man mit Hunden auf Almen und in den Bergen wandert?

  • Von Natur aus ist Weidevieh neugierig, jedoch nicht aggressiv.
  • Hunde werden von Rindern, und vor allem von Mutterkühen, als potenzielle Feinde wahrgenommen und versuchen daher immer ihre Kälber zu beschützen.
  • Oft treffen Almtiere auf Wanderer, die wenig bis gar keine Erfahrung mit den Tieren haben. Zwar laufen solche Zusammentreffen meistens unauffällig vonstatten, doch immer wieder kommt es zu unangenehmen Zusammenstößen, die im schlimmsten Fall dramatisch enden, so wie der bereits erwähnte tragische Unfall im Pinnistal im Juni 2014, als eine deutsche Urlauberin ums Leben kam.

Daher sollte man prinzipiell der Natur, den Tieren und den dort arbeitenden Menschen mit Respekt und Anerkennung begegnen. Es liegt in der Eigenverantwortung aller Wanderer mit ihren Hunden, sich vorausschauend und respektvoll auf Almen und Weiden zu bewegen.

Hinweistafeln beim Wandern mit Hund beachten

Damit es nicht zu gefährlichen Begegnungen oder sogar tödlichen Verletzungen mit dem Weidevieh kommt, sind unbedingt die Informationen und Hinweisschilder im Almgelände zu beachten. In zahlreichen österreichischen Bundesländern machen die (Alm-)Bauern durch Hinweistafeln und Informationsfolder auf das Weidevieh aufmerksam. Die Schilder und die Flyer sollen die Menschen auf den Almen sensibilisieren, dass sich auf den Weiden Almtiere befinden und Vorsicht geboten ist. Die Hinweise sind meist in verschiedenen Sprachen verfasst.

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