Pharaonenhund

Pharaoh Hound, Kelb-tal Fenek (Kaninchenhund)
Pharaonenhund, Pharaoh Hound, Kelb-tal Fenek (Kaninchenhund)
  • Ursprungsland: Malta
  • Gre: 53 - 64 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 20 - 25 kg
  • Alter 12 - 14 Jahre
  • Fell: kurz, glänzend, etwas harsch, braucht wenig Pflege
  • Verwendung heute: Begleit- und Jagdhund
  • früher: Jagd mit Augen, Nase und Gehör
  • FCI-Standard: 248
  • FCI-Gruppe: 5 - Spitze und Hunde vom Urtyp
  • FCI-Sektion: 6

Pharaonenhund Rassengeschichte:

Der Name Pharaonenhund wurde ursprnglich als Sammelbezeichnung fr alle windhundhnlichen, stehohrigen Jagdhunde vom Typ der Podencos verwendet. Seit 1977 wird dieser Name durch die FCI jedoch ausschlielich dem Kelb tal-Fenek zugeordnet, einer Rasse, die 1960 von den Englndern auf Malta "entdeckt" wurde. Der maltesische Name Kelb tal-Fenek (etwa: Hund des Kaninchens) deutet es an: Er ist ein leidenschaftlicher Jger, der im Gegensatz zu vielen andern Jagdhunden mit allen Sinnen jagt.

Zur Geschichte des sehr aufflligen, eleganten Hundes, dessen hnlichkeit mit dem Cirneco dell' Etna von der benachbarten Insel Sizilien unbersehbar ist, gibt es unterschiedliche Theorien:

Eine von vielen Liebhabern und Zchtern auerhalb Maltas vertretene Auffassung lautet, dass er schon eine lange Geschichte gehabt hat, ehe er auf der Insel Malta landete. Abbildungen von windhundhnlichen Hunden vom Typ des Tesem und des mit einem Hunde- bzw. Schakalkopf dargestellten Totengottes Anubis in gyptischen Grabkammern, aber auch 5000 Jahre alte Knochenfunde sollen bezeugen, dass es Hunde dieses Typs schon whrend der Antike in gypten und im Nahen Osten gab. Phnizische Hndler und die Rmer sollen fr die Verbreitung dieser Hunde im ganzen Mittelmeergebiet verantwortlich sein und sie schlielich auch auf die Inseln Malta und Gozo gebracht haben.

Ein Einwand gegen diese Theorie lautet jedoch, dass die ersten Belege fr die Existenz eines fr die Kaninchenjagd verwendeten Jagdhundes auf Malta erst aus der Zeit des Malteserordens stammen. Auerdem wird darauf hingewiesen, dass die Rasse auf den relativ kleinen Inseln Malta und Gozo nicht htte berleben knnen, wenn es nicht regelmig zur Einkreuzung anderer Hunderassen und damit zur Zufuhr neuen genetischen Materials gekommen wre. Ein wissenschaftlicher Beweis fr die direkte Abstammung des Kelb tal-Fenek von dem rund 2500 Jahre frher ausgestorbenen Tesem ist damit nach Auffassung der Kritiker der "gyptischen Legende" kaum zu fhren.

Zustzliche Nahrung haben diese Zweifel durch die Ergebnisse einer Studie zum Genom des Haushundes erhalten, die im Mai 2004 vom Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum (FHCRC) in Seattle verffentlich wurde. Dieser Untersuchung zufolge sollen der Pharaonenhund und der Podenco Ibicenco erst in geschichtlich jngerer Zeit aus unterschiedlichen Rassen entstanden sein.

In den letzten Jahren sind insbesondere in Malta Forderungen laut geworden, den Hund auch in den internationalen kynologischen Organisationen wie z.B. der FCI als Kelb tal-Fenek zu bezeichnen. Tatschlich war die Rasse auf Malta bis zum Zeitpunkt ihrer "Entdeckung" durch englische Hundezchter ausschlielich unter diesem Namen bekannt, und auch die Legende vom gyptischen Ursprung ist erst im Verlaufe ihrer internationalen Verbreitung entstanden.

Um Verwechslungen mit den bis 1977 ebenfalls als Pharaonenhund bezeichneten Podencos zu vermeiden, wird hufig auch in den deutschsprachigen Lndern die englische Rassebezeichnung Pharaoh Hound gebraucht.

Allgemeines über den Pharaonenhund:

Der Pharaonenhund ist im Wesen den Windhunden sehr hnlich: Er ist sehr lebhaft und sensibel und bentigt viel Auslauf. Wenn er sich richtig ausgetobt hat, kann er jedoch stundenlang schlafen und macht sich im Haus kaum bemerkbar. Da er auf Malta auch als Wachhund eingesetzt wird, neigt er jedoch bei unbekannten Geruschen zum Bellen. Bei entsprechend konsequenter Erziehung lernt er jedoch, dass er im Haus nicht bellen darf. Eine gute Mglichkeit, um sein Bewegungsbedrfnis zu befriedigen, bildet die Teilnahme an Windhundrennen, insbesondere an Coursings. Doch er ist auch fr andere Hundesportarten geeignet. Da er ein passionierter Jagdhund ist, erfordert seine Ausbildung hierfr jedoch teilweise viel Geduld und Einfhlungsvermgen.

Auf Malta und Gozo wird er meistens in Paaren oder in kleinen Gruppen zur nchtlichen Jagd auf Kaninchen eingesetzt. Die Hunde stbern die in Steinwllen oder Felsspalten verborgenen Kaninchen mit ihrem Geruchssinn und ihrem feinen Gehr auf und zeigen dies dem Jger durch Bellen und Scharren an. Die Jger decken das Versteck des Kaninchens dann mit einem Netz ab und setzen ein Frettchen ein, das das Kaninchen an die Oberflche und damit in das Netz treibt. Wenn ein Kelb tal-Fenek ein Kaninchen im Freien aufstbert, verfolgt er es mit einem charakteristischen, schrillen Bellen, das von den Maltesern Kurriera genannt wird. Dadurch signalisiert er den anderen Hunden, sich an der Jagd zu beteiligen. Dieses Verhalten lsst sich auch bei Windhundrennen und Coursings beobachten, wo die Rasse zu den wenigen Hunden gehrt, die whrend des Rennens bellen. Der Pharaonenhund gehrt zu den Hunden die mit weichem Maul jagen, das heit, dass er die Beute lebend zu seinem Herrchen bringen kann.
Charakteristisch im Aussehen sind die auffllig groen Stehohren, die man auch bei den anderen mediterranen Jagdhunden, wie den Podencos findet. Die Widerristhhe betrgt bei Rden zwischen 56 bis 63,5 cm, Hndinnen 53 bis 61 cm. Das rostbraune bis dunkelrostbraune Fell ist kurz und glnzend, von fein und dicht bis etwas harsch. Der Hund hat kein schwarzes Pigment, d.h. Nase, Augenlider und Ohreninnenseiten sind fleischfarben. Es sind nur wenige weie Markierungen zulssig: Eine weie Rutenspitze ist sehr erwnscht. Hufig sind auch ein weier Brustfleck (im Rassestandard als "Stern" bezeichnet, doch in der Praxis nur selten wirklich ebenmig verteilt) und Wei an den Zehen. Eine schmale weie Blesse auf der Mittellinie des Gesichts wird toleriert. Der Fang ist geringfgig lnger als der Schdel. Die obere Begrenzungslinie des Schdels verluft parallel zu der des Fangs. Der Kopf stellt sowohl von oben als auch von der Seite betrachtet einen stumpfen Keil dar. Die Ohren sind mittelhoch angesetzt. Sie werden bei Aufmerksamkeit aufgerichtet getragen, dabei sind sie sehr beweglich. Am Ansatz breit, sind sie gro und fein. Die Rute ist mittelhoch angesetzt, am Ansatz dick, sich zur Spitze (peitschenartig) verjngend, in Ruhehaltung gerade bis unter das Sprunggelenk reichend.

Wesensmerkmale der Hunderasse Pharaonenhund:

Der Pharaonenhund

  • braucht wenig Fellpflege
  • braucht viel Auslauf

Legende der Wesensmerkmale

Pharaonenhund Bücher und Medien:

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