Erste Hilfe für Hunde

Auch unsere Hunde können in eine gefährliche Situation geraten. Umso wichtiger ist es, schnell Erste Hilfe für Hunde leisten zu können. Wird der Hund richtig versorgt bis der Tierarzt eintrifft, steigen seine Überlebenschancen.

Erste Hilfe Hund

Natürlich kann der Tierarzt über das Telefon Auskunft über die notwendigen Maßnahmen geben. Einfacher ist es, wenn der Tierhalter einen Kurs über Erste Hilfe für Hunde besucht hat und schnell reagieren kann.

Welche Situationen können den Hund in Lebensgefahr bringen?

  • Aufnahme von Gift
  • Verletzungen durch Unfälle
  • Schock
  • Versagen des Herz-Kreislaufsystems

Die Versorgung des Hundes muss entsprechend der eingetretenen Notfallsituation erfolgen.

Allgemeine Grundsätze für die Erste Hilfe

  • Der Hund sollte gesichert und beruhigt werden. Am besten mit einer Leine fixieren. Damit der Helfer vor Verletzungen geschützt ist, sollte eine Maulschlinge angelegt werden
  • Einen bewusstlosen Hund in eine stabile Lage bringen und die Vitalfunktionen erhalten
  • Überprüfen der Farbe der Schleimhäute
  • Anruf bei dem Tierarzt
  • Der Transport zum Tierarzt sollte, wenn möglich, mit Hilfe einer zweiten Person erfolgen. Diese kann die Vitalfunktionen des Hundes überwachen

Erste Hilfe für Hunde, wenn der Hund bewusstlos ist oder sich in einem Schockzustand befindet

  • 1. Den Hund in eine stabile Seitenlage bringen. Bewusstlosen Hunden darf nie eine Maulschlinge angelegt werden, da diese die Erstickungsgefahr erhöht.
  • 2. Den Mund des Hundes vorsichtig öffnen und Erbrochenes oder Fremdkörper vorsichtig entfernen
  • 3. Überprüfen, ob die Atemwege frei sind
  • 4. Überprüfen der Atmung: hebt und senkt sich der Brustkorb des Hundes gleichmäßig
  • 5. Überprüfen des Herzschlags: dazu wird die Hand hinter dem Vorderbein auf die linke Brustseite gelegt
  • 6. Puls fühlen: zwei Finger an die Innenseite des Oberschenkels ungefähr in der Mitte legen und den Puls an der Arteria femoralis fühlen

Erste Hilfe für Hunde bei Herzstillstand oder fehlender Atmung

  1. Die Schnauze des Hundes mit einer Hand fest umschließen und vorsichtig Luft in die Nasenlöcher des Hundes blasen. Wichtig: Die Luft muss langsam und ohne zu großen Druck in die Nase des Hundes geblasen werden, damit die Lungenbläschen nicht platzen.
  2. Bei großen Hunden wird die Hand ungefähr 2 Zentimeter hinter dem Schulterblatt flach auf den Brustkorb belegt. Sechsmal einen leichten Druck auf den Brustkorb ausüben. Bei kleinen Hunden werden beide Seiten des Brustkorbs vom Brustbein aus mit einer Hand umschlossen. Der Druck erfolgt beidseitig. Erste Hilfe für Hunde bei einem Herzstillstand kann bei sehr kleinen Welpen auch mit zwei Fingern durchgeführt werden.

Zwischen der Herzdruckmassage und der Beatmung sollte immer wieder überprüft werden, ob ein Herzschlag vorhanden ist, oder der Hund selbstständig atmet.

 

Erste Hilfe für Hunde bei Vergiftungen

Bei Vergiftungen unterscheidet man Kontaktgifte und Gifte, die mit der Nahrung, dem Wasser oder der Luft in den Körper des Hundes gelangen.

Kontaktgifte

Durch diese Gifte wird die Haut des Hundes verätzt oder verbrannt. Die verletzte Stelle sollte sofort mit lauwarmem Wasser gründlich abgespült werden. Durch Abdecken mit sterilen Tüchern wird verhindert, dass Schmutz in die Wunde gelangt. Anschließend kann der Transport zu einem Tierarzt erfolgen. Ist das Gift bekannt, immer eine Probe in die Tierklinik mitnehmen.

Vergiftungen durch giftige Pflanzen

Giftige Pflanzen reizen die Schleimhäute und verursachen Erbrechen und Durchfall. Nach dem Fressen einiger Pflanzen wie Maiglöckchen können auch starke neurologische Symptome auftreten. Der Hund sollte Wasser trinken. Tierkohle ist nur dann hilfreich, wenn die Vergiftung unmittelbar vorher erfolgt ist.

Ist das Gift über die Schleimhäute bereits in den Körper gelangt, muss so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Zittert der Hund stark, ist unruhig und kann sich schlecht orientieren, hilft es, mit einer ruhigen Stimme auf den Hund einzuwirken. Wenn möglich, sollte immer eine Probe der Pflanze in die Tierklinik mitgenommen werden.

Erste Hilfe für Hunde bei offenen Knochenbrüchen

Offene Knochenbrüche sind immer besonders schmerzhaft. Es besteht die Gefahr, dass Luft oder Fettgewebe in die Blutbahn gelangt und dort eine Embolie, einen Verschluss eines Blutgefäßes, verursacht. Bevor der Hund gesichert werden kann, sollte eine Maulschlinge oder ein gut sitzender Beißkorb angelegt werden. Dadurch ist der Helfer bei der Bergung des Hundes vor Verletzungen geschützt. Die Bruchstelle und die Knochenspitzen, die aus der Haut ragen, sollten mit sauberen Tüchern abgedeckt werden. Danach kann der Hund auf eine Decke gelegt und in die Tierklinik getragen werden.

Erste Hilfe für Hunde bei starken Blutungen oder inneren Blutungen

Wunden im Kopfbereich und an den Extremitäten bluten stark, da die Gefäße knapp unter der Haut liegen.

  • Feststellen, ob es sich um eine arterielle oder venöse Blutung handelt
  • Blutende Wunden an den Extremitäten abbinden
  • Einen Druckverband anlegen
  • Schleimhäute des Hundes überprüfen

Anlegen eines Druckverbandes

  • Eine sterilen Tupfer auf die Wunde legen
  • Verbandwatte um die Verletzung wickeln
  • Eine Mullbinde fest um die Verbandwatte wickeln. Dabei nach jeder zweiten Wicklung die Binde verdrehen
  • Den Druckverband mit einer elastischen Binde fixieren

Ist es nicht möglich, einen Druckverband anzulegen, kann die Blutung durch Druck mit der Hand gestoppt werden.

Innere Blutungen erkennen

  • Die Schleimhäute des Hundes sind weiß
  • Die Atmung ist beschleunigt
  • Das Herz schlägt sehr rasch
  • Der Puls ist schnell und schwach

Notfallapotheke

  • Tupfer
  • Mullbinden
  • elastische Binden
  • Verbandwatte
  • Schere
  • Pinzette
  • Abdecktücher
  • Spüllösung

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