Zahnstein beim Hund

Wenn ein Hund das Lieblingsfutter plötzlich verweigert, kann fortgeschrittener Zahnsteinbefall der Grund dafür sein. Wie erkennt man Zahnstein bei Hunden? Was sind die Folgen von Zahnsteinbefall und wie kann man ihm vorbeugen?

Zahnstein beim Hund - Entstehung und Folgen

Zahnstein beim Hund

Zahnstein ist eine mineralisierte Ablagerung auf den Zähnen und am Zahnhals. Bei Hunden sind meist die Reißzähne, Eck- und Backenzähne des Oberkiefers betroffen. Deutlich zu erkennen ist Zahnsteinbefall an Verfärbungen der Zähne und kann als leicht gelblicher bis bräunlicher Film auftreten. Dieser ist zu hart, um mit der Zahnbürste entfernt zu werden. Wie bei Menschen bedeutet Zahnstein auch bei Hunden und Katzen ein gesundheitliches Risiko. Zahnsteinentfernung und die richtige Pflege beugen dem vor.

Wie entsteht Zahnstein?

Die Entstehung von Zahnstein vollzieht sich in vielen Stadien. Ablagerungen, welche als Folge der Nahrungsaufnahme auf den Zahnhälsen Halt finden, verhärten im Zusammenspiel mit den Mineralien des Speichels. So entsteht Zahnstein bei Hunden, Katzen und auch beim Menschen:

  1. Die Zähne werden durch Zucker- oder Säuren angeraut.
  2. Ein so genanntes Schmelzoberhäutchen bildet sich.
  3. Kokken und andere Bakterien siedeln sich an.
  4. Plaque entsteht.
  5. Bestandteile des Speichels mineralisieren den Plaque.
  6. Zahnstein hat sich gebildet.

Übler Geruch aus dem Maul nur der Anfang

Da der raue Zahnstein eine gute Grundlage für weitere Bakterien bildet, stellt deren Befall den Ursprung der Folgeerscheinungen und -erkrankungen dar. Übler Geruch aus dem Hundemaul ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Menge der Bakterien im Mundraum überhand genommen hat. Die Zahnhygiene muss nun verbessert und der Zahnstein beseitigt werden.

Langzeitfolgen von Zahnstein ist Zahnausfall

Die Bakterienkolonien greifen das Zahnfleisch an, welches sich zurückbildet, man spricht von Zahnfleischschwund. Auch die Kieferknochen werden von den Bakterien beschädigt. Schmerzhafte Zahnfleischentzündungen äußern sich dadurch, dass Hunde auch ihr Lieblingsfutter nicht mehr anrühren wollen. Die Entzündungen belasten den gesamten Herz-Kreislauf

Stark befallene Zähne werden unter Narkose gezogen, um der Entzündung entgegenzuwirken. Bleibt die Behandlung aus, verliert der Hund befallene Zähne irgendwann von allein, wie es beim Wolf in der Natur der Fall ist. Aufgrund der hohen Gefahr, welche von den Entzündungen ausgeht, ist der Zahnverlust auf diese Art mit enormen Schmerzen verbunden und das schlimmste Szenario für die Vierbeiner.

Beseitigung und Vorbeugung von Zahnstein beim Hund

Wenn ein Wolfsgebiss in der Wildnis von Zahnstein befallen ist, muss das Tier mit den Folgen leben. Aber als Maßnahme, die Lebenszeit unserer Vierbeiner zu verlängern, gehört Zahnpflege heute für viele Züchter und Besitzer zum Alltag mit Hund und hat nichts mit Vermenschlichung zu tun. Von besonderen Leckerlis, welche die Zähne wie eine Zahnbürste pflegen sollen, bis zu Naturheilmitteln gibt es viele Möglichkeiten den Zahnstein zu beseitigen und ihm im besten Fall vorzubeugen.

Zahnstein entfernen bei Hunden

Spezielle Zahnärzte für Tiere gibt es nicht überall. Häufig übernimmt der normale Tierarzt Eingriffe zur Beseitigung von Zahnstein. Der Weg zum Tierarzt gilt als letzte Lösung. Die Tiere werden nur unter Narkose behandelt, was immer eine Belastung darstellt und bei älteren Tieren lebensgefährlich sein kann. 

Eine gesunde und wenig belastende Alternative bietet die Zahnsteinentfernung beim Hund mit natürlichen Mitteln. Spezielle Gels und Sprays lösen die Verhärtungen auf und beseitigen die Bakterien, welche für die Zahnsteinbildung verantwortlich sind. Dem Hund bleibt die Narkose und der Eingriff beim Tierarzt erspart.

Die Behandlung bietet immer dann einen sinnvollen Effekt, wenn sich trotz der Vorbeugung erste Anzeichen von Zahnstein abzeichnen oder auch, wenn das Hundegebiss bereits von Zahnstein befallen ist.

Zahnstein Vorbeugung: Richtiges Futter und Pflege

Da Zucker und Säuren die Oberfläche der Zähne anrauen, gilt der erste Blick den Inhaltsstoffen der Hundenahrung. Viele Hersteller von Hundefutter und Leckereien für Zwischendurch nutzen Geschmacksstoffe und Zucker als Zutaten. Der Sinn dahinter ist, die Hunde auf die Marke einzustimmen und besonders positive Reaktionen hervorzurufen, welche Hundebesitzer zum erneuten Kauf anregen sollen.

Der Blick auf die Zutatenliste offenbart, ob schädliche Zutaten Teil des Futters sind. Zu den No-Gos gehören neben Zucker auch andere Kohlehydrate, welche teilweise bereits im Mund durch den Speichel zu Zucker aufgespalten werden. Eine hochwertige Grundnahrung, frische Zutaten und etwa 50-60 Prozent Fleisch gehören zu einer ausgewogenen Hundediät. Umso künstlicher die Bestandteile, umso schlechter für die Vierbeiner. 

Griff zur Hundezahnbürste?

Hunden die Zähne zu putzen, verspricht den größten Erfolg bei der Vorsorge gegen Zahnstein, Karies und andere Probleme in der Mundhöhle. Neben spezieller Zahncreme und Hundezahnbürsten kommt es auf eine gute Gewöhnung an die regelmäßige Pflege an. Mit kalorienarmen Snacks für das Training gewöhnt man die Vierbeiner langsam daran, die Mundhygiene regelmäßig durchzuführen.

Neben manuellen Hundezahnbürsten, bieten Ultraschallzahnbürsten für Hunde die beste Reinigung. Der Nachteil elektrischer Lösungen: Die Hunde müssen bei elektrischen und Ultraschallzahnbürsten auch an die leichte Vibration und das Geräusch gewöhnt werden. 

Spezielle Zahncreme wird per Hand in die Borsten massiert, sodass die Hunde diese nicht komplett ablecken und herunterschlucken. Ultraschallzahnbürsten benötigen spezielle Zahncreme, um die Reinigung zu gewährleisten. Die Zähne der Hunde sollten maximal einmal pro Tag geputzt werden.

Zahnygiene bereits beim Welpen

Welpen langsam an die regelmäßige Zahnhygiene zu gewöhnen ist als Teil des Trainings und der Erziehung eine wichtige Voraussetzung für die Zahngesundheit. Für Hunde bedeuten Zähne und Zunge mehr als für den Menschen: Sie sind Greifwerkzeug, dienen der Hunde-Hygiene und natürlich der Nahrungsaufnahme.

Besondere Hundesnacks, welche die Zahnoberfläche reinigen sollen, dienen bei uneinsichtigen Hunden als Alternative zur Hundezahnbürste und sind eine gute Ergänzung zur Hundezahnbürste, denn sie reinigen meist nur einen Teil des Gebisses. Der Blick auf die Zähne ist während des Spielens und Schmusens Teil der regelmäßigen Vorsorge, welche in der Verantwortung der Hundeeltern liegt. 

Sollte der Hund sein Lieblingsfutter plötzlich nicht mehr anrühren, sollte der Weg zum Tierarzt angetreten werden. Wenn dieser Zahnstein und damit zusammenhängende Zahnfleischentzündungen diagnostiziert, ist Handlungsbedarf gegeben. Da auch Tierärzte das Wohl der Vierbeiner im Fokus haben, wird der Tierarzt des Vertrauens andere Mittel zur Bekämpfung von Zahnstein bevorzugen und für Ideen zu natürlichen Wegen der Zahnsteinbeseitigung offen sein. Bestimmte Mittel zur Behandlung zu Hause vorzuschlagen und mit dem Tierarzt zu besprechen sorgt für zusätzliche Sicherheit. 

Von der Behandlung von Symptomen auf eigene Faust ist abzuraten. Alle Mittel der Behandlung und Vorbeugung von Zahnstein sollten aus natürlichen Quellen stammen und die Gesundheit des Hundes auch dann nicht belasten, wenn Hunde diese herunterschlucken.

Bild von Dirk (Beeki®) Schumacher / Pixabay

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