Bullterrier

English Bull Terrier
Bullterrier, English Bull Terrier
  • Ursprungsland: Großbritannien
  • Größe: 53 - 56 cm Widerristhöhe (Mittelgroße Hunderasse)
  • Gewicht: 24 - 28 kg
  • Alter 11 - 13 Jahre
  • Fell: weiß, rehbraun, rot, dreifarbig, schwarz-gestromt
  • Verwendung heute: Begleithund
  • früher: Hundekämpfe, Begleithund
  • FCI-Standard: 11
  • FCI-Gruppe: 3 - Terrier
  • FCI-Sektion: 3

Bullterrier Rassengeschichte

Der Bullterrier ist eine Kreuzung zwischen der englischen Bulldogge alten Typs, dem seit dem Inkrafttreten des Kupierverbotes in England um 1880 ausgestorbenen White English Terrier und dem Dalmatiner.

Noch heutzutage gibt es in der Rassehundzucht von Bullterriern noch immer Rassevertreter, die ihrem Äußeren nach zum einen oder anderen Rasseahnen hin tendieren: so spricht man nach wie vor vom

  • Dalmatiner- (eher hochläufig, nicht so schwer gebaut, wirkt eleganter)
  • Bulldog- (eher kurzläufig, sehr knochenstark, schwer und plump gebaut, häufig mit Vorbiss behaftet) oder 
  • Terriertyp.

Ideal, und daher gefragt und vorgezogen, wird jedoch stets der sog. "allrounder", d.h. die perfekte Mischung aus allen drei Hundetypen in einem Individuum vereint.

Weil es über die frühe Zeit der Zuchtbemühungen vom Schöpfer der Rasse, dem Tierhändler James Hinks aus Birmingham, keine Zuchtbücher oder andere schriftliche Aufzeichnungen gibt, wird die genaue Herkunft wohl nie gänzlich geklärt werden können. Allerdings konnte sein Zuchtbestreben anhand von zeitgenössischen Quellen dahingehend aufgeklärt werden, dass es ihm nie darum ging, eine neue Kampfhunderasse zu erschaffen.

Der Bullterrier war nie Kampfhund, auch wenn einige Autoren diese Tatsache ignorieren. Als Beispiel sei hier stellvertretend der viel zitierte Kampf des Hinkschen Hundes "Puss" gegen eine viel stärkere Hündin in der schummrigen Kneipe in Long Acre genannt: Diesen Kampf hat es nie gegeben, er ist ein Mythos. Anhand von Ausstellungskatalogen von 1860 lässt sich belegen, dass dieser Kampf nie stattfand – war doch die schummrige Kneipe zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 20 Jahre nicht mehr existent. James Hinks wollte in England zu Ende der viktorianischen Zeit beim Aufkommen einer breiten Mittelschicht ein modisches Accessoire für den gut situierten Herrn erschaffen, was ihm auch zweifellos gelungen ist.

Fortan erkannte man einen vermögenden Mann nicht mehr allein nur an der Höhe seines Zylinders auf dem Kopf – sondern auch anhand des vierbeinigen, gut erzogenen, milchweißen Begleiters an seiner Seite.

Bullterrier Rassebeschreibung

Der Bullterrier ist kräftig gebaut, muskulös, mit durchdringendem und entschlossenem Ausdruck. Ein einzigartiges Merkmal ist sein downface (divergierende Kopflinien) und der eiförmige Kopf.

Das Haar ist kurz, glatt und ebenmäßig, meist reinweiß. Bei farbigen Hunden muss die jeweilige Farbe vorherrschend bzw. gestromt sein. Die Ohren dieser Hunderasse sind klein, dünn und nahe zueinander angesetzt, steif aufgerichtet.

Die Rasse Bullterrier wurde von Anfang an in unterschiedlichen Größen gezüchtet. Die Größe, die heute als Miniatur Bullterrier bezeichnet wird ("Soll"-Größe liegt bei 35,5 cm), war Ende des 19. Jahrhundert weitaus häufiger als der große Schlag. Gewissenhafte Züchter schließen Tiere, die dieser Forderung nicht nachkommen, nicht wesensfest oder gar aggressiv sind, von der Zucht aus.

Miniatur Bullterrier sollten 35,5 cm Höhe nicht überschreiten, haben zwar kein Gewichtslimit, aber die Harmonie sollte gewährt sein. Heute hat sich das Exterieur der Bullterrier wesentlich verändert.

Typisch ist der von der Seite betrachtete eiförmige Kopf mit einer konvexen, so genannten "römischen" Nase, welcher auf die Zuchtbemühungen von Raymond Oppenheimer - einem Spross der Diamantenhändlerfamilie - zurückgeht. Für Bullterrier gibt es im Rassestandard keine Größen- oder Gewichtsbeschränkungen, wie es bei anderen Hunderassen üblich ist. Forderung ist ein "ausgewogener Körperbau mit einem Maximum an Substanz". Was nicht zu verwechseln ist mit einem "Maximum an Gewicht".

Ursprünglich wurden Bullterrier als reinweiße Begleithunde gezüchtet. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden durch Einkreuzung von Staffordshire Bullterriern farbige Tiere. Farbige Bullterrier wurden 1933 vom englischen Kennel Club anerkannt, obwohl sich viele Vereine und Züchter dagegen wehrten. Oft wird der große Schlag bei den sogenannten Kampfhunden oder Listenhunden eingeordnet. Im Rassestandard des Bullterrier wird jedoch deutlich eine Menschenfreundlichkeit gefordert, so heißt es: "Of an even temperament and amenable to discipline. Although obstinate is particularly good with people" (Von ausgeglichenem Wesen und zugänglich für Disziplin. Wenn auch etwas stur, so doch insbesondere gut zu Menschen).

Dass der Bullterrier im Laufe seiner Haltung als Gesellschaftshund in Verruf gekommen ist, liegt nicht an seiner Schadensbilanz - diese ist nämlich nicht vorhanden. Der schlechte Ruf ist den Medien zu verdanken, welche in der Vergangenheit das Photo eines Bullterriers zeigten, wenn es um die Berichterstattung über einen Schadensfall durch einen Pitbull ging. Da nun zu Beginn der Kampfhundeberichterstattung gegen Ende der siebziger Jahre niemand wusste, wie ein Pitbull ausschaut, nahmen "findige" Redakteure der Einfachheit halber ein Photo des Bullterriers.

Wissenschaftliche Arbeiten von mehreren Universitäten im In- und Ausland bestätigen die der Politik jahrzehntelang gebetsmühlenartig vorgetragene Meinung der Bullterrierhalter weltweit noch einmal: "Der Bullterrier ist eine der freundlichsten Hunderassen überhaupt. Er bedient sich nicht dem Lösungsansatz der Aggression, wenn es darum geht aus einer Konfliktsituation herauszukommen...", so Prof. Dr. Hackbarth von Tierärztlichen Hochschule Hannover im Mai 2005.

Wesensmerkmale der Hunderasse Bullterrier

Der Bullterrier

  • ist ein Familienhund
  • ist für die Wohnung geeignet
  • braucht wenig Fellpflege
  • braucht Auslauf
  • ist ein guter Wachhund

Legende der Wesensmerkmale

Diese Rassen könnten dich auch interessieren:

  • Weißer Schweizer Schäferhund Kräftiger, gut bemuskelter, mittelgroßer, stehohriger, stockhaariger oder langstockhaariger weißer Schäferhund von gestrecktem Format, mittelschwerem Knochenbau und eleganten, harmonischen Körperumrissen. Temperamentvoll, nicht nervös, aufmerksam und wachsam; gegenüber Fremden gelegentlich...

  • Irish Water Spaniel Der Irische Wasserspaniel ist äußerst widerstandsfähig, anpassungsfähig und vielseitig einsetzbar. Er jagt, steht vor und apportiert ohne zu verbeißen - selbst aus dichtem Gestrüpp, morastigem Gelände und kaltem Wasser. Durch sein braunes, dichtes und...

  • American Bulldog Der American Bulldog gilt als ein sehr menschenfreundlicher Hund. Insbesondere der Bullytyp liebt den Körperkontakt zu Menschen. In der Aufzucht ist darauf zu achten, dass dem Bulldog ausreichend Kontakt zu Artgenossen ermöglicht wird, insbesondere mit Gleichgeschlechtlichen aber auch allen...

  • Lhasa Apso Dieser selbstbewusste, bis 25,5 cm große, sehr lebhafte und heitere, aber oft auch eigenwillige Hund ist ein guter Begleithund und wird als Luxushund geschätzt. Langes Deckhaar bedeckt seine Körper, schwer, gerade und hart, nicht wollig oder seidig in gold, sandfarben, honigfarben,...

Lesetipp:

Halloween mit Hunden und Katzen

In Deutschland ist das Halloween Fest, an dem die Kinder von Tür zu Tür ziehen und um Süßigkeiten bitten, in vielen Orten beliebt. Viele Tierhalter und deren Tiere haben mit dem verstärkten Troubel vor der Haustüre an Halloween kein Problem, aber es gibt auch...

Herzprobleme beim Hund

Auch Hunde werden älter und werden auch oft krank und gebrechlich. Herzerkrankungen sind bei Hunden die zweit häufigste Todesursache nach Tumoren. Fast jeder zehnte Hund in der Tierarztpraxis wird im Alter mit Problemen am Herzen diagnostiziert. 42% aller über acht Jahre alten Hunde mit...